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Digitalisierungsprojekte – Eigenentwicklung oder Standardlösung?

Teil 1

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Georg Kiehne, Teamlead DevOps / Product Owner X4 Solutions

Seit mehr als 15 Jahren entwickelt er Software für alle Entwicklungs-Ökosysteme und seit 3 Jahren auch mit X4 BPMS bei der SoftProject GmbH. Neben Consulting in Kundenprojekten brachte er die Entwicklung der Branchenlösung X4 BiPRO Server als Product Owner voran. Seit Anfang des Jahres führt er DevOps-Methoden im Unternehmen ein und unterstützt die Weiterentwicklung des Kernproduktes und der darauf aufbauenden Branchenlösungen.

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Beim Start eines Digitalisierungsprojekts stehen häufig viele Fragen im Raum: Wie viel Zeit und Budget stehen zur Verfügung? Kann Customizing durch das eigene Personal übernommen werden? Gibt es Vorgaben im Risikomanagement oder im Bereich Security? Die Antworten auf viele dieser Fragen führen häufig zu der Entscheidung, ob eine Lösung zugekauft oder selbst entwickelt wird.

Eigenentwicklung: ganz nach Ihren Bedürfnissen

Der Vorteil einer Eigenentwicklung liegt hierbei auf der Hand: Die individuellen Anforderungen des Unternehmens im betroffenen Bereich können direkt adressiert und somit auch passgenau und individuell erfüllt werden. Die entstehende Lösung ist durch die direkte Kommunikation agil und flexibel auch nach Projektstart formbar. Leider bringt diese Form der Digitalisierung auch Nachteile mit sich. Während die höheren Entwicklungskosten üblicherweise durch die hohe Individualität und die Möglichkeit, sich von Mitbewerbern abzugrenzen, gerechtfertigt werden, liegen die Dokumentationsaufwände häufig weit über den anfänglichen Schätzungen. Das liegt daran, dass Grenzfälle, die sich idealerweise in der Qualitätssicherung, in der Praxis aber häufig erst nach Start des Produktivbetriebs zeigen, durch qualifiziertes Personal betrachtet und formuliert werden müssen, damit diese keine Gefahr für den digitalisierten Prozess darstellen.

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Mit einer Eigenentwicklung können individuelle Anforderungen direkt adressiert und somit auch passgenau und individuell erfüllt.

Ebenso sind die Aufwände in der Anforderungsaufnahme häufig höher als gedacht: Der Prozess ist den Stakeholdern zwar im Detail bekannt, Software-Entwickler müssen jedoch ihr eigenes Verständnis für die Feinheiten des Prozesses entwickeln. Es ist daher unerlässlich, diese frühzeitig mit ins Boot zu holen. Unterbleibt das, besteht die Gefahr von impliziten Annahmen, die im Extremfall einen negativen Einfluss auf den Betrieb nach dem Produktivgang haben. Zumindest jedoch führen solche Kommunikationsprobleme zu geringerer Akzeptanz der Lösung beim Fachpersonal.